Borrby Kungsgårds Geschichte 

“BorrbyKungsgård“ (Königshof) wurde bereits im 14.JH.als “Borrby Hovgård“ (Gutshof) erwähnt. Damals war er im Besitz des Erzbischof von Lund . Die Aufgabe des Hofes war es, Geld für den Erzbischof abzuwerfen und die Bewohner der Gemeinde unter Aufsicht zu halten. Ausserdem diente er dem Erzbischof als Unterkunft , wenn er einmal die Gemeinde besuchte. 

Der erste Bewohner des Hofes war Henrik von Lunneborg , ein deutscher Adliger. Die Bauern Borrbys wurden arg von ihm geschunden und mit viel zu hohen Steuern belegt. Nachdem er einen Bauern während einer Gerichtsverhandlung erschossen hatte, verlor er das Gut, wurde aber dennoch vom König begnadigt-wahrscheinlich auf Grund seines adligen Standes. 

Nach der Reformation ging der Hof an den dänischen König Christian den 4 . Die Verwaltung übernahm Jörgen Hondroff bis zu seinem Tod 1640. 
Ein neuer deutscher Adliger namens Joachim Grubber führte nun den Hof weiter. 1644 brannten die Schweden den Hof ab bis auf die Grundmauern. Grubber war Admiral und im Krieg gegen die Schweden beteiligt. Er unterschrieb jedoch nie die Souveranitätsakte mit Schweden 1661.Dies tat doch Nils Lafturios für Borrby und so kam der Hof wieder in schwedische Hände und wurde nun Übernachtungsmöglichkeit für die Rittmeister der südschonischen Kavallerie. 

Karl der 11. machte den Hof dann zum Königshof d.h. auf diesem Hof konnten sich der König und sein Geleit sicher fühlen wenn sie dort übernachten sollten .Man meint auch belegen zu können, dass Karl der 11.tatsächlich am 1.8.1690 in Borrby übernachtet hat. Die meisten der noch vorhandenen Königshöfe wurden später unter die Verwaltung des schwedischen Staates gestellt.

1684 übernahm Christian Riddersköld , persönlicher Freund des Königs, den Hof Er war ein tapferer Soldat und war u.a. dabei bei der grossen Schlacht bei Lund. 

1711 wohnte Rittmeister Nils Ratzvill auf dem Hof . Dieser hatte seine Jugendjahre hauptsächlich am Hof in Lüneburg vebracht . 1723 zog Ratzvill vom Hof. 

Sein Nachfolger 1724 war Gustav von Schlippenbach -ein echter alter Karoliner, welcher 15 Jahre in russischer Gefangenschaft verbracht hatte. Schlippenbach war Oberleutnant des südschonischen Regiments und u.a. ein tüchtiger Diplomat.So verhandelte er z.Bsp. mit dem Bauernrat von Borrby, um das Land um den Hof herum bewirtschaften zu dürfen-dies gelang ihm und kostete ihn 2 Tonnen Bier und 3 “Potte“ Schnaps. 1733 nahm er seinen Abschied und zog sich zurück.

Henrik Johan Wolffelt, ein weiterer Offizier, übernahm nun den Hof. Sehr bequem war die Unterkunft der Rittmeister noch nie gewesen-seit Riddersköld war an den Gebäuden bisher nichts geändert oder verbessert worden. 
Wolffelt war bei vielen Schlachten und Abenteuern dabei,z.Bsp. Gadebusch 1712 oder 1718 an der Seite König Karls in Fredrikshall. 1742 kann man seinen Namen im Kirchenbuch von Borrby finden, zusammen mit seiner Ehefrau Gräfin Virginja Kruuse.Nach seinem Abschied zog er nach Espinge wo er 1763 starb. 

1748 ging der Auftrag des Rittmeisters und somit auch der Hof an Kjell Christoffer Bennet , der erste Offizier des “Königshofes“ an dessen Hände kein Blut klebte. 

In seiner Jugend gehörte er zum Hofe und als er die heruntergekommenen Gebäude in Borrby zu sehen bekam, hat er wohl die Nase gerümpft. Er wollte eine standesgemässe Unterkunft und der Neubau war 1751 fertig, 28,5 Ellen lang und 16 Ellen breit. Die Mauern waren verputzt, die Ecken und Mauervorsprünge waren weiss gekalkt. Erst 1923 wurde erneut umgebaut. 

Bennet lies 2 Häuser bauen, ein grösseres für die Offiziere und ein kleineres für die Dienstboten.Allerdings ist er wohl selber nie in das neue Haus gezogen sondern vorher verstorben. Statt Bennet konnte sich Daniel Bernard Gyllenram an dem neuen Wohnhaus erfreuen. Er war verheiratet mit Freiherrin Vilhelmina von Nolcken, eine Dame mit eher zweifelhaftem Ruf. Die Offiziere waren dafür bekannt, etliche Nachkommen in der Gemeinde von Borrby zu haben..Nun ja- die Freiherrin versuchte, Gyllenram zu erschiessen, traf jedoch nur sein Ohr, was dazu führte dass er auf diesem Ohr taub wurde und es letztendlich, nach einigem Hin und Her, auch zur Scheidung dieses sauberen Paares kam.
Der nächste Offizier war Holger Anders Rosencrantz .Er hatte im Pommerschen Krieg von sich Reden machen und war damals schwer an der Schulter verwundet worden. Er starb 1783 auf einem anderen Königshof, ist aber in der Kirche von Vallby beerdigt. Seine Witwe Eleonora Stjernstedt heiratete dann Reichsrat Johan Liljencrantz und dieser war so verliebt in sie, dass er seinem Eigentum in Stockholm ihren Namen gab. 
Christian Barnekow war zunächst Page bei Hof und machte dann Karriere beim Militär. Er lebte nur kurz in Borrby. Der nächste Eigentümer wurde Nils Silfversköld - er leitete den Königshof als Inspektor. Bekannt wurde er als “Bauernplage“ und viele Gerichtsverhandlungen waren während seiner Zeit notwendig. 

1858 kam der letzte Offizier nach Borrby- Ernst Bogislaus von Segebaden - Chef des Schwadrons in Borrby.Mit seinem Tod endet die Geschichte von “Borrby Kungsgård“ als Unterkunft für Offiziere. 
Die ca.10 Königshöfe des Landes wurden von der Militärmacht verwaltet und verpachtet. Der erste Pächter hiess C.F.Karlsson, der zweite Valfrid Jönsson. Jönssons Sohn Helge übernahm die Pacht von seinem Vater. Der letzte Pächter war Lars Helgesson.

1993 verkaufte der Staat alle Königshöfe ausser “Lillö Kungsgård“ und “Tommarps Kungsgård“. Und- gewiss- Major Segebaden fährt mit seiner Kutsche immer noch vom Friedhof in Borrby raus zum “Königshof“ um nach dem Rechten zu sehen! Vor allem früh morgens , im Sommer wenn der Bodennebel sich noch nicht gehoben hat, kann man die Kutsche hören! Aber- gesehen hat sie bis jetzt noch keiner... 

1993 haben Henric und Kerstin Brinte den Hof erworben und betreiben nun Landwirtschaft auf dem Hof

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